  
| Die
Planeten des Miklosch Systems |
von
C. Boisten
M. Bartscherer |
Die
erste Kontaktaufnahme der Menschen und Maygonen am 15.August 2542 hatte
nicht nur die Entscheidung über die Errichtung von Garnisonen in
den Randkolonien zur Folge, sondern auch die fortgesetzte und intensivierte
Erkundung der „Umgebung“ der Systeme, auf die die Erdregierung
Anspruch erhob. Aus diesem Grund startete das Forschungsschiff der Erdregierung
„Recon Unit 4“, das bereits andere Systeme erforscht hatte,
zu Beginn des Jahres 2543 erneut zu einer Erkundungsmission.
Am 22. Juli desselben Jahres erreichte die Recon Unit 4 ein neues, offiziell
noch nicht erfasstes System, dessen achter Planet sogar für menschliches
Leben geeignet erschien. Um so größer war das Erstaunen der
Landungscrew zwei Tage später, auf dem Planeten eine kleine, aber
bereits funktionierende Kolonie vorzufinden, deren Oberhaupt, ein ehemaliger
Raumschiffkapitän namens Ivan Miklosch, sie herzlich willkommen
hieß.
Es stellte sich heraus, dass Miklosch und sein Clan, der einen beachtlichen
Teil der kleinen Gruppe ausmachte, das System entdeckt und nach allen
Vorgaben der Kartographierungs-behörde der Erdregierung erkundet
und vermessen hatten. Alle Eintragungen waren korrekt und bestätigten
den Anspruch der Siedler auf das System. Die Siedler hatten geplant,
die Erd-regierung über ihren Fund zu informieren, hatten jedoch
ein Problem mit ihrem Kurierschiff, das bei der Landung des Mutterschiffs
auf dem Planeten beträchtlichen Schaden genommen hatte, so dass
die Siedler den Planeten bis zum Eintreffen der Recon Unit 4 nicht hatten
verlassen können.
Der Beauftragte der Kartographierungsbehörde der Erdregierung,
der sich als gesetzlicher Vertreter an Bord befunden hatte, nahm die
Dokumente entgegen, während die Ingenieure der Recon Unit 4 das
Kurierschiff reparierten. Kurze Zeit später setzte das Forschungsschiff
seinen Weg fort.
Bereits ein Jahr nach dem Eintreffen des Forschungsschiffs erreichten
die ersten Konzern-schiffe das nach dem Anführer der Siedler Miklosch
genannte System. Allerdings nur Frontier Robotics, OmniSys und Grugar
Inc. blieben und errichteten Niederlassungen auf dem Planeten oder Raumstationen
im System. Andere wie Lascone Industries oder UniSync zogen sich angesichts
der ihrer Analysen zufolge zu begrenzten Menge von Rohstoffen wieder
aus dem System zurück.
Der Beginn des Krieges gegen die Plasmoden 2552 ging am Miklosch System
wie an vielen anderen Randwelten zunächst unbemerkt vorüber.
Stattdessen hatte die Kolonie mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen:
Nachdem 2552 mit einem neuen Siedlerschiff weitere Siedler und Nutztiere
auf Miklosch-8 gebracht worden waren und durch unachtsamen Umgang einige
davon in die freie Wildbahn gelangt waren, entwickelten sich einige
der freien Kaninchen zu einer gefährlichen Mutation, die später
„Rumbeljäger“ genannt werden sollte und erstmals 2559
auftrat. Die neue Art verbreitete sich rasend schnell und erzeugte einen
Bazillus, der für Mensch und Tier tödlich sein konnte. Die
Kolonie zählte bis Ende 2559 bereits 20 Tote. Daher wurden Jäger
geholt, die bis 2561die Mutation und alle frei lebenden Nutztiere ausrotteten.
2562 erschien ein Expeditionsschiff der Plasmoden im System, übersah
offensichtlich die Raumstationen rund um Miklosch-5 und nahm direkt
den Kampf mit der leicht bewaffneten Kolonie auf dem achten Planeten
auf. Obwohl die Plasmoden keine Cysionen mitgebracht hatten, hatten
die Siedler wenig Chancen und flohen in eine ihrer automatisierten Mienen
auf einen anderen Kontinent des Planeten. Die Plasmoden nahmen die Verfolgung
nicht auf, sondern stellten einen ihrer Extraktoren in der Nähe
der Kolonie auf, der dem Ökosystem des westlichen Kontinents schwere
Schäden zufügte.
Nach dem Notruf der Kolonie erreichte sechs Monate später, zu Beginn
des Jahres 2563, eine Flotte des Erdimperiums das Miklosch System und
vertrieb die Plasmoden. Zu diesem Zeitpunkt war die Kolonie völlig
zerstört und der Kontinent, auf dem sie gelegen hatte,
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unbewohnbar.
Die wenige Siedler, die die der Vertreibung nachfolgende Jagd der Plasmoden
auf die Menschen überlebt hatten, errichteten auf einem anderen
Kontinent eine neue Kolonie,
während die Ruinen der ursprünglichen Siedlung zum militärischen
Sperrgebiet erklärt wurden. Angeblich wurde hier eine mobile Forschungsstation
eingerichtet, um die Folgen des Extraktoreinsatzes zu untersuchen.
Nach der Zerschlagung von OmniSys 2568 kaufte Rapid Systems alle Niederlassungen
des Konzerns im Miklosch System.
Miklosch-1: Mit einem Durchmesser von ca. 5000 km ist Miklosch-1 einer
der größeren Planeten des Systems. Durch seine Nähe
zur hellgrün scheinenden Sonne herrscht auf der Oberfläche
eine Temperatur von durchschnittlich +300°. Der Planet erscheint
dunkelbraun, glänzt aber je nach Sonneneinstrahlung auf die großen
Flächen geschmolzenen Metalls auf der Oberfläche chromfarben.
Grugar Inc. unterhält hier eine unterirdische Minenstation, die
jedoch nur angeflogen werden kann, wenn die Seite des Planeten, auf
der die Station liegt, gerade von der Sonne abgewandt ist. Der Kern
von Miklosch-1 ist erloschen, außerdem gibt es keine störenden
Magnetfelder, so dass Grugar den Kern und die großen Vorkommen
an Zinn, Blei, Eisen, Zink, Chrom und Uran gefahrlos abbauen kann. Miklosch-1
hat keine Atmosphäre und keine Monde.
Miklosch-2: Der zweite Planet des Miklosch Systems hat einen Durchmesser
von 2700 km und eine dünne, nicht atembare Sauerstoff-Stickstoff
Atmosphäre. Durchschnittliche Temperatur +100°. Hoher Wasserdampfanteil
mit weißen Wolkenbändern, die sich deutlich gegen den hellroten
Sand absetzen. Die Eisenvorkommen sind zu gering, um einen Abbau zu
rechtfertigen. Miklosch-2 hat sechs Pseudomonde – Brocken zwischen
20 und 100 km Durchmesser.
Miklosch-3: Durchmesser 9500 km, keine Atmosphäre, keine Monde.
Miklosch-3 ist ein Plutino, d.h. seine Umlaufbahn ist im Vergleich zu
den anderen Planeten um +15° gekippt. Außerdem schneidet sich
seine Umlaufbahn mit der von Miklosch-1 und 2. Die Oberfläche besteht
aus hellgrauem Gestein und Staub. Miklosch-3 hat hohe Vorkommen an Helium-3,
das von den Konzernen mit Förderrobotern extrahiert wird.
Miklosch-4: Die gesamte Oberfläche des vierten Planeten ist mit
hellbraunem Sand und Gestein bedeckt. Durchmesser 3200 km, keine Atmosphäre,
keine Monde, keine bekannten Bodenschätze.
Miklosch-5: Mit einem Durchmesser von 1300 km erscheint Miklosch-5 augenscheinlich
als der kleinste Planet des Systems. Tatsächlich jedoch ist das,
was man heute unter dieser Bezeichnung kennt, nur der Eisenkern eines
zerbrochenen Planeten. In dem riesigen Trümmerfeld, das den Kern
umgibt, schürfen alle Megakonzerne sowie ein unabhängiges
lokales Unternehmen nach Ressourcen, insbesondere nach Eisen und Uran.
Zwischen den Trümmern zu navigieren ist schwierig und kostete schon
mehrere automatisierte Förder-roboter. Das in dem gesamten Trümmerfeld
eine schwach radioaktive Strahlung herrscht, ist ein weiteres Problem.
Alle vier am Abbau beteiligten Konzerne haben deshalb ihre Stationen
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in
sicherer Entfernung eingerichtet. Der Kern und die ihn umgebenden Trümmer
erscheinen
dunkelbraun bis schwarz. Keine Atmosphäre, keine Monde.
Space
Hopper: Ursprünglich ein Transport- und Raffinerieschiff, das nun
eine feste Position relativ zum Trümmerfeld hält und mit verschiedenen
Erweiterungen zur Station umgebaut wurde. Die Space Hopper ist durch
diese Erweiterungen nicht mehr in der Lage, wie ein Raumschiff zu fliegen
und gilt daher als Station. Besitzer ist die Miklosch Mining & Metals
Inc., ein unabhängiges lokales Unternehmen mit Hauptsitz auf Miklosch-8.
Wie die anderen Stationen für ihre Unternehmen ist auch die Space
Hopper die Zentrale für alle Minen-operationen von MM&M im
gesamten System, Handelsposten und vieles mehr.
München
Raumstation: Diese Station gehört Grugar Inc. und verfügt
über eine eigene Raffinerie, einen angeschlossenen Handelsposten
und genug Waffen, um sich Piraten vom Hals halten zu können. Zentrale
für alle Operationen von Grugar im System.
Noir
Raumstation: Eigentum von Rapid Systems und vergleichbar mit der München
Station, wenn auch ein bisschen größer und besser bewaffnet.
Bologna
Raumstation: Förderstation, Raffinerie, Handelsposten und Zentrum
aller Operationen im Miklosch System für Frontier Robotics.
Miklosch-6: Der sechste Planet wirkt mit seiner aus Stickstoff und Methan
bestehenden Atmosphäre grünlich weiß. Durchschnittliche
Temperatur +28°. Große Flächen auf dem Planeten sind
von Methanol und Ethanol- Meeren bedeckt, die meistens jedoch nicht
besonders tief sind. Alle Megakonzerne sowie die Miklosch Mining &
Metals Inc. haben hier Pumpstationen eingerichtet, die Methanol, Ethanol
und verschiedene Öle fördern und über Atmosphärenaufzüge
zu Verladestationen transportieren, von wo aus sie dann zu den Raum-stationen
oder den Lagern auf den beiden Monden des Planeten weitertransportiert
werden.
Auf Miklosch-6 wurde 2545 eine unbekannte Bakterienart gefunden und
auf einem der Monde eine Forschungsstation eingerichtet, um die Bakterie
und weitere Funde untersuchen zu können. Mit Beginn des Krieges
2552 wurde das Personal vorsorglich evakuiert. Die Forschungen wurden
noch nicht wieder aufgenommen. Durchmesser 7350 km. Miklosch-6 hat zwei
Monde.
M6
M1: Mit einem Durchschnitt von 950 km ist der erste auch der kleinere
der beiden Monde von Miklosch-6. Die Oberfläche ist mit leicht
gelblichem Gestein und Sand bedeckt und voller Meteoriteneinschläge.
Keine Atmosphäre, keine bekannten Bodenschätze.
M6
M2: Der größere der beiden Monde hat einen Durchmesser von
1450 km und ist mit matt weißem Staub bedeckt. Keine Atmosphäre,
keine nennenswerten Bodenschätze. Auf diesem Mond wurden von den
vier am Abbau auf Miklosch-6 beteiligten Konzernen Lager eingerich-tet,
in denen die geförderten Ressourcen zwischengelagert werden können,
wenn die Kapazitäten der Raumstationen nicht ausreichen sollten.
Die Lager werden von automatisier-ten Verteidigungssystemen geschützt,
die jedoch den gelegentlichen Einbruch durch Raum-piraten nicht verhindern
können, die auch schon mal Förderroboter kapern oder umlenken,
um sie auszuräumen. Hier steht auch das Forschungslabor, das zur
Erforschung der Bakterien auf Miklosch-6 und 7 eingerichtet wurde und
seit der vorsorglichen Evakuierung der Wissen-schaftler leer steht.
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Miklosch-7: Der siebte Planet hat eine dünne, nicht atembare Sauerstoffatmosphäre
und erscheint aus dem All oliv bis dunkelgrün, was zum größten
Teil von den Bakterienteppichen herrührt, die einen hohen Wasseranteil
haben und fast den gesamten Planeten bedecken. Die
Miklosch Space Food GmbH sicherte sich 2549 sofort die exklusiven Abbaurechte,
nachdem
nachdem man erkannt hatte, dass die Bakterien, die 2547 entdeckt worden
waren, zu einem Soja ähnlichen Nahrungsmittel weiterverarbeitet
werden kann. Das Produkt wird seit 2550 mit wachsendem Erfolg unter
der Marke Soylend verkauft – die billigste und am wenigsten behandelte
Variante, Soylend Green ( wg. ihres leicht grünlichen Aussehens
), ist mittlerweile ein Nahrungsmittel, das vor allem von sozial schwachen
Schichten bevorzugt wird. Durch-messer 2500 km, durchschnittliche Temperatur
+21°. Miklosch-7 hat keine Monde, sondern nur 12 Pseudomonde –
Brocken von 45 – 150 km Durchmesser, die den Planeten umkreisen.
Harvester
Raumstation: Eine Station älterer Bauart, die von der Miklosch
Space Food GmbH gekauft und hierher geschleppt wurde, um den Soylend
Rohstoff abzubauen.
Miklosch-8: Der äußerste Planet ist der einzige des gesamten
Systems, auf dem menschliches
Leben möglich ist. Ein hoher CO2 Gehalt in der Sauerstoff-Stickstoff
Atmosphäre sorgt für eine durchschnittliche Temperatur von
+36° trotz der großen Entfernung zur Sonne. Die Oberfläche
ist zu 45 % mit Wasser bedeckt, die Landmasse zerfällt in 12 Kontinente
unter-schiedlicher Größe und einer Reihe kleinerer Inseln.
Das Land ist sehr fruchtbar, die natürlichen Ressourcen jedoch
begrenzt, was die anderen Megakonzerne dazu veranlasste, sich zurückzuziehen.
Weder Fauna noch Flora sind für Menschen gefährlich. Die Jahreszeiten
auf Miklosch-8 sind jedoch extrem. Es dauert fast zwei Erdenjahre, bis
der Planet die Sonne einmal umkreist hat. Dementsprechend lang und kalt
sind die Winter- und heiß und trocken die Sommermonate. Der Kontinent,
auf dem die ursprüngliche Kolonie gestanden hatte, ist nun Sperrgebiet.
Wissenschaftler der Erdregierung untersuchen hier die Auswirkungen der
von den Plasmoden verwendeten Extraktoren. Die neue Kolonie ist weit
größer als die alte, was vor allem auf die guten Geschäfte
der MM&M und der Miklosch Space Food GmbH zurückzuführen
ist. Außerdem haben alle drei im System tätigen Megakonzerne
kleine Niederlassungen in direkter Nähe der Kolonie. Miklosch-8
hat einen Durchmesser von 15000 km und eine gewöhnungsbedürftige
Gravitation. Der Planet hat nur vergleichsweise geringe Vorkommen an
Erzen, Erdöl und Erdgas. Miklosch-8 hat einen Mond.
M8
M1: Der einzige Mond des achten Planeten hat einen Durchmesser von etwa
4000 km und ist hellem Gestein und Staub bedeckt, auf dem sich die zahlreichen
Meteoriteneinschläge wie ein gut sichtbares Ringmuster abzeichnen.
Keine Atmosphäre, keine bekannten Boden-schätze.
   
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